Kurzer Erlebnisbericht von Marc Harscher
Schon vor Monaten hörten wir von einer Art Überlebenstraining welches regelmäßig in Laichingen stattfinden sollte - dies machte uns neugierig.
Nach weiteren Recherchen im Internet fanden wir dann auch den Veranstalter - es handelte sich um den aus Zeitung und TV (Galileo - Pro7) bekannten Survival Coach Lars Konarek aus Geislingen/Steige.
Unser 3 Tagestrip startete am Parkplatz des Laichinger Schwimmbades, wo wir sämtlichen Komfort für die nächsten Tage zurückließen. Nur unsere Schlafsäcke durften wir mitführen, denn beim ersten
und letzten Survival Kurs einer Saison, sind Schlafsäcke erlaubt. ;-)
Es folgte ein Fußmarsch zum "Headquarters" unseres Trainings, welches sich in mitten des Stadtwaldes vor Westerlau befand (Jagdgebiet von Hr. Daiber).
Vor Ort gab es dann zuerst mal eine Einweisung zu den Randbedingungen und Spielregeln des Survivaltrainings durch den Dozenten. Nun begann der Ernst des Lebens - mit militärisch kurzen aber präzisen Anweisungen (welches seine militärische Vorgeschichte wiederspiegelte) delegierte unser Coach das Team.
Es fand zunächst eine Gruppenaufteilung der Teilnehmer in Bauholz und Brennholz Sammler statt.
Aus diesem elementar wichtigen Rohstoff Holz, resultieren die zwei wichtigsten Randbedingungen die bei einer Notsituation zu allererst geschaffen werden müssen - Feuer und eine Unterkunft (in unserem Fall ein sogenannter Shelter).
Doch die Zeit drängte, da es schon langsam zu dämmern begann...
Zwischen den praktischen Einheiten fanden immer wieder kleine Theorieblöcke statt - bei denen Lars auf seinen, mehr als reichhaltigen, Erfahrungsschatz zurückgreifen konnte:
1. Unterrichtseinheit: Auswahlkriterien für den Stützpunkt in einer Notsituation
Schlussendlich beendeten wir den Fr. nach erfolgreichem Lagerbau und Feuer entfachen - mit einem reichhaltigen Abendessen - es gab für die insgesamt 9 Teilnehmer ca. 2-3l Wasser und dazu 2 Suppenwürfel :-)
Tag 2:
Tag 2 startete kurz vor 7 Uhr (nach Sonnenaufgang) mit einem Spaziergang in die angrenzenden Waldgebiete unseres Lager, bei welchem wir durch eine Art Kräuterkurs und Baumschule durch unsern Coach unsere Umwelt als natürlichen Nahrungslieferanten kennenlernen durften (dabei durften wird dann gleich unser Frühstück in Form von Disteln, Rauke, Wegerich... selbst kreieren).

Mit diesen wertvollen Erkenntnissen machten wir uns dann wieder auf in Richtung Lager, wo unsere nächste Theorieeinheit anstand - Feuer machen (ohne Feuerzeug,...).
Das Erlernte wurde sogleich praktisch in Form eines Feuerbohres sowie einem Feuereisen, geübt.
Nun war es mal wieder Zeit fürs Mittagessen - durch unsere gute Mitarbeit hatte Lars ein kleines Bonbon für uns, in Form von einer extra Portion Eiweiß - dieses Mal aber in tierischer Form: Heuschrecken, Maden, Schaben - als Beilage wurde noch eine Kartoffel angeboten.

Gut gestärkt starten wir mit der nächsten Theorieeinheit: Psychologie des Teams in Extremsituationen.
Dem folgte ein praktischer Teil - falls die Psychologie nicht hilft: Survival-Selbstverteidigung
Nun war es bereits später Nachmittag und wir bekamen weitere Tipps und Anweisungen wie wir unseren Shelter ein wenig komfortabler gestalten könnten (die vergangene Nacht war nicht wirklich erholsam...), zudem mussten wir unser Lageraufteilung restrukturieren um wenigstens ein Mindestmaß an Hygiene und Sauberkeit zu erfüllen.

Nach getaner Arbeit traf sich das Team zu einer Tagesendbesprechung, bei welcher wir den Tag nochmals Revue passieren ließen, bevor wir zu Abendessen mit "Teambildenden Maßnahmen" übergingen (jeder der dabei war, weiß was ich meine).
Tag 3:
Die Nacht war wesentlich mehr von Schlaf geprägt als die vorherige - dies lag vor allem an den Optimierungsmaßnahmen am Lager und den nicht mehr ganz so eisigen Temperaturen in der Nacht.

Kurz vor 7 Uhr versammelte sich das Team zu einer "Frühstücksbesprechung" am Feuer (zentraler Punkt unseres Headquarters in Westerlau), bei welchem nochmals die Erfahrungen und Eindrücke aus dem Kräuterkurs und der Baumschule wiederholt wurden - Beispiel: Essbare Pflanzen, Indikatoren für Wasser...
Dieses Mal mussten wir unser Frühstück aber nicht selbst sammeln sondern bekamen von Lars alte Brötchen mit Marmelade welche wir brüderlich im Team verteilen mussten.
Nach dem Frühstück folgten die Theorieeinheiten: Orientierung mit Karte und Kompass, Beschaffung von Wasser und Indikatoren für Wasser sowie Knotenschule. Dieser Knotenschule folgte zugleich eine praktische Anwendung um das Erlernte zu testen - Baumklettern.

Da man in solch einer Notsituation natürlich auch vor Unfällen nicht verschont bleibt, beschäftigten wir uns noch mit Rettungsgriffen für die Rettung und Bergung von Verletzten. Hierzu wurden wir in 2er und 3er Gruppen (in ungefähr der gleichen Gewichtsklasse) eingeteilt, um das Erlernte gleich wieder in die Praxis umzusetzen - nur so viel dazu: wirklich ein Knochenjob jemanden aus einem matschigen, unebenen Waldboden/Untergrund über einige 100m nur mit Muskelkraft zu evakuieren!
Total ausgepowered traten wir unser letztes gemeinsames Mittagessen am Lagerfeuer an.
Nachmittags folgte dann noch die Endbesprechung, der Abbau des Lagers und Löschen des Feuers.
Fazit:
Uneingeschränkt zu empfehlen für alle die die Natur vor der Haustüre mal mit ganz anderen Augen und Sinnen erleben möchten.
Wir hatten natürlich unfassbares Glück mit dem Wetter und vor allem aber auch mit dem Team, bei welchem jeder dem anderen half und die Harmonie stimmte.
Dem Trainer ist es zudem gelungen, ein Programm auf die Beine zu stellen bei welchem es bestimmt keine langweiligen Momente gab und so manchen an seine eigenen Grenzen führte.
Zudem (für mich gesprochen) konnte er seine Erfahrungen und Kenntnisse so rüberbringen, dass es auch fürs "normale" Leben eine Bereicherung für jeden Teilnehmer werden wird.
Mehr Informationen über Lars Konarek unter:
http://www.larskonarek.de/
http://www.maas-nahkampf.de/